LEGO Scrum: Agilität und Vorgehen spielerisch erleben

Ob neue oder erfahrene Teams: mit Lego Scrum lässt sich ein Mini-Projekt mit allen Rollen, Events und Abläufen praktisch durchspielen. Und im Rahmen eines Workshops die Ergebnisse gar in den Unternehmens-Kontext einbeziehen mit vielen „Aha-Effekten“ und Erkenntnissen.

LEGO Scrum: Agilität in der Praxis erleben

Für manch einen ist diese Übung in Workshops ein „alter Hut„. Andere mögen sich nicht gern auf solche „Kindereien“ einlassen. Aus meiner Sicht als Trainer & Coach ist Lego Scrum noch immer ein hilfreiches und flexibel gestaltbares Mittel, um Teams agile Arbeitsweisen, Prinzipien und Events nicht nur näher zu bringen, sondern selbst erleben und gestalten zu lassen.

Funktioniert übrigens nicht nur mit einem Team, sondern auch mit mehreren Teams sehr gut. So haben wir zB in einem Workshop mit 8 Teams, die im Rahmen eines längerfristigen Projektes an Teilprodukten arbeiten, die sukzessive zu einem umfangreicheren Produkt/Service zusammengeführt werden, ein anschauliches Beispiel-Projekt entworfen, das zu tollen Ergebnissen und Erlebnissen geführt hat.

Ergebnis zweier Teams nach 3 simulierten Sprints
Ergebnis von 2 Teams nach 3 simulierten Sprints: Apartment Hotel-Anlage

Auf der Lego4scrum Website gibt es Details zu Lego Scrum. Zu Hintergründen, den Vorteilen und einen Guide zur Durchführung. Alexey Krivitsky stellt gerade auf Leanpub sein Büchlein „Lego 4 Scrum – Third complete edition“ zusammen.

Klein(er) anfangen …

Idee/Anforderung für den Workshop mit 8 Teams war, dass sie mit dem Scrum-Framework in kurzen Sprints ein (Teil-)Produkt entwickeln bzw (Teil-)Projekt realisieren sollten. Die Ergebnisse der Teams sollten sich am Ende zu einem großen Gesamt-Projekt zusammenfügen. Lego-Scrum zu verwenden, war hier naheliegend. Mit Lego-Scrum lässt sich sehr fix eine kurze Einführung in Theorie & Regeln geben und man kommt sehr schnell in die Umsetzung. Vorbereitung, Durchführung in mehreren Zyklen und Auswertung lassen sich – je nach Aufwand – in 1 bis 3 Stunden gestalten. Die Sprints selbst sowie Planning, Review und Retrospektive dauern nur wenige Minuten.

Das Happy Playa Mega-Ressort

Entstehen sollte am Ende das atemberaubende, wunderschöne „Happy Playa“ Urlaubs-Ressort. Toll am Strand gelegen mit vielen Sport- & Freizeit-Möglichkeiten. Ein Ressort, das für Groß und Klein Erholung bietet, aber auch Abwechslung.

Wir (Trainer & Coaches) haben das Projekt Bau eines Mega Ressort in vier Schwerpunkte eingeteilt:

  • Apartment-Anlagen
  • Wellness (Entspannung, Wohlfühlen)
  • Aktivität  (Sport, Abwechslung)
  • Strand und Strand-Promenade

Jeder Themen-Schwerpunkt wurde von jeweils einer größeren Gruppe (bestehend aus zwei Teams)  eigenständig umgesetzt. Im ersten Teil des Workshops haben die Gruppen jeweils in separaten Räumen ihr Teil-Projekt realisiert. Bis hierhin kannte keine Gruppe das Projekt der anderen – und somit auch noch nicht die Gesamt-Vision.

Im ersten Teil des Workshops ging´s im Wesentlichen darum, dass die Teams die Scrum-Abläufe, Rollen und Praktiken kennenlernen. Darüber hinaus, sich selbst zu organisieren und regelmäßig etwas nutzbares von Wert zu liefern. Sie sollten sich mit Ideen & Kreativität einbringen können und in Abstimmung mit dem Product Owner etwas tolles auf die Beine stellen. Das förderte den Team-Gedanken und Identifikation mit dem Projekt.

Beispielsweise ging es bei  den Teams mit Schwerpunkt „Apartment-Anlagen“ darum, dass nach Vorstellung der Projekt-Vision mittels Story-Telling Partner- & Familien-Bungalows gebaut werden sollten. Dazu ein Eingangs-Bereich mit Rezeption, ein Kids-Club sowie ein Open-Air Theater, Wege, Liegewiesen und andere Elemente. In sich ergab sich also schon ein rundes, forderndes und anschauliches Projekt.

Groß enden!

Im zweiten Teil des Workshops wurden die Projekt-Ergebnisse in einem großen Raum zusammengebracht. Hier haben die Teams zum ersten Mal die Resultate der anderen gesehen.  Jedes Team hat allen anderen ihr Projekt vorgestellt und die Erlebnisse & Erfahrungen in einem einzigen Buzzword zusammengefasst.  Eine zusätzliche kleine Herausforderung, denn einige Teams haben anfangs stets Sätze gebildet. Dann kürzere Wortketten, um sich am Ende tatsächlich auf ein einziges Buzzword zu einigen.

„Team“, „Teamwork“ oder auch „Erlebnis“ wurden zusammenfassend genannt.

Alle Teams stellen Stolz ihr Projekt vor
Alle Teams stellen Stolz ihr Projekt vor

Anschließend war die Aufgabe, die Elemente zu einem großen Happy Playa Mega Urlaubs Ressort zusammen zu führen. Die Begeisterung, etwas „so Großes zu machen und Teil davon zu sein„, wuchs. Ebenso gab´s schöne Aha-Momente und Äußerungen:

Ich war sehr skeptisch…. aber das funktioniert. Aus Nichts ist etwas vorzeigbares entstanden. Das konnte man Stück für Stück sehen.

„Super, nicht nur romantische Bungalows am Wasser zu haben. Jetzt gibt es noch Themen-Restaurants und einen Sport-Bereich mit Tennis-Anlage, Boule-Platz, Darts und einen Swimming-Pool.

„In so einem Ressort möchte ich einchecken! Action, Sport, Erholung … alles da und dazu am Meer gelegen. Fehlt nur noch ein Party-Boot oder ein langer Steg zum Schnorcheln und tauchen…“

„Mach ich dir! Kriegen wir noch ein, zwei Sprints? Das bauen wir doch in ein paar Minuten auch noch zusammen…“ 

Über solche Äußerungen und den spürbaren Spaß und die Energie freut man sich. Würde man diese Energie und das gemeinsame Erlebnis nochmals in einem Buzzword aufgreifen, fallen oft deutlich emotionaler belegte Begriffe oder es werden Werte genannt. Letztenendes basiert agiles Vorgehen im Kern auf Werten, die durch Prinzipien konkretisiert werden.

„Vertrauen“  „Respekt“  „Courage“  „Leidenschaft“ …

Empfinden über und Auslegung solcher Werte ist höchst individuell. Doch Teams mit gemeinsamen Werten entwickeln eine Identität. Ein eigenes, höheres Bewusstsein. Sie folgen höheren Zielen und sind zu mehr fähig. Eine Übung wie die geschilderte kann helfen, tatsächlich dieses höhere, eigene freizulegen. Eine Zeit wirken zu lassen und die Erlebnisse der Übung im weiteren Entwicklungs-Prozess und Coaching zu nutzen. Emotionen und Bilder/Metaphern wirken sehr stark, befreien aus der Ergebnis-Orientierung hin zu mehr Wert-Orientierung und Wert-Schätzung.

Zurück zum Workshop: In der Reflektion wurde allen Teilnehmern am Ende der Veranstaltung deutlich, wie ebenso in ihren realen Projekten Teil-Lieferungen möglich werden. Wie bereits Teil-Ergebnisse Wert liefern und Mehrwerte entstehen bis hin zum größeren Ganzen. Was mich beim Transfer immer besonders freut: es wurde anschließend eifrig diskutiert und angeregt. Es ergaben sich neue Blickwinkel und neue Fragen.

 

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