Build your own Scrum Master

Ein Scrum Master soll für die Organisation, Product Owner und Teams da sein. OK. Und wie sieht das ganz konkret in der Praxis aus? Wo fängt sein Wirken an, wo hört es auf? … Dazu gibt es sehr unterschiedliche Meinungen & Vorstellungen. Die Übung „Build your own Scrum Master“ deckt auf, welche das sind.  Und bringt weiteres Verständnis zur Rolle eines Scrum Masters… kann aber auch verwendet werden, um zB Anforderungen an einen Product Owner, Entwicklungs-Team, Projektmanager, Produktmanager und andere zu sammeln.

Build your own Scrum Master

In Unternehmen, die Agilität einführen oder bereits agil unterwegs sind, erlebe ich häufig sehr unterschiedliches Wissen über Rolle & Aufgaben eines Scrum Masters. Auch die Wahrnehmungen und Ansprüche der Beteiligten sind oft sehr unterschiedlich – selbst auf gleicher Wirkungsebene – und selten findet sich irgendwo eine genauere (und gepflegte!) Beschreibung dessen, was ein Scrum Master in der Organisation für Aufgaben wahrnimmt.

Persona-Konzept für Scrum Master

Aus der Webshop-Entwicklung ist mir noch das Persona-Konzept geläufig, das ich auf die Rolle eines Scrum Masters übertragen habe. Funktioniert übrigens auch mit anderen Rollen wie Product Owner oder Development-Team sehr gut und ebenso mit der Beschreibung von Positionen wie Produkt-Manager, Projekt-Manager, Operations-Team, 1st & 2nd Level Support, Betriebsrat, Vorstand, etc. Das Format kann auch dabei helfen, überhaupt Anforderungen an eine Rolle/Position zB für eine Stellen-Ausschreibung oder ähnliches zu finden.

Bei erweiterten Persona-Konzepten geht es darum, eine Art Stellvertreter-Nutzer für ein Produkt oder Service zu haben, an der man sich orientieren kann. Sowie eine bessere Vorstellung und Wahrnehmung davon zu entwickeln, was so ein Nutzer zB mit einem Produkt macht. Wie er es benutzt. In  welcher Situation, welchem Nutzungs-Kontext? Und was hört er zB über so ein Produkt? Aus der Werbung oder von anderen? Welche Erfahrungen hat er mit diesem oder vergleichbaren Produkten bereits gemacht?. Und was wird er über so ein Produkt sagen und anderen erzählen?

Auf einem großen Blatt male ich passend zur betrachteten Rolle/Position einen Kopf und teile in folgende 4 Kategorien ein:

  1. Denken, Wissen (KNOW)
  2. Sehen, Sagen (SEE)
  3. Tun, Handeln (ACT)
  4. Fühlen (FEEL)

 

Build your own Scrum Master
BYOSM: bau dir den idealen Scrum Master

Zu Beginn des Workshops erkläre ich meist, dass ein Scrum Master für das Team, den Product Owner und die Organisation da sein soll und gebe dazu allgemeine Beispiele wie: „er soll für das Team Hindernisse aus dem Weg räumen“ ,  „dem Product Owner bei der Pflege des Backlogs unterstützen“ … „Agile Prozesse in der Organisation einführen & optimieren“ ….

Das alles ist verständlich, aber wenig konkret. Darum soll nun mit den Teilnehmern – oder je nach Gruppen-Größe in Teams – erarbeitet werden, welche Wünsche, Wahrnehmungen und möglichst auch konkrete Anforderungen es für die einzelnen Punkte gibt: KNOW, SEE, ACT, FEEL gibt. Folgendes kann zum Beispiel erarbeitet werden:

Um ein spitzen Scrum Master zu sein & seinen Job optimal auszuüben ….
KNOW: Was muss er wissen? Über Leute, Methoden, Formalien, die Organisation?
SEE: Was muss er sehen (auch ohne drauf hingewiesen zu werden)? Was muss er sagen? Welchen Ton soll er dabei anschlagen? Mit wem muss er wie sprechen?
ACT: Was soll er tun? Wann muss er handeln? Wie sieht das an konkreten Beispielen aus?
FEEL: Wie muss so ein Scrum Master ticken? Wie muss er drauf sein, in welchem Gefühlszustand?

Durch Stichpunkte auf Post-It´s, die auf die Kategorien verteilt werden und kurzen Erläuterungen der Teilnehmer werden schnell Gemeinsamkeiten wie Unterschiede transparent. Einiges lässt sich in weiteren Schritten gruppieren und zusammenfassen. Einiges dann gezielt noch weiter konkretisieren.

Oft lohnt es sich, über offene Fragen weiter einzugrenzen und zu weiteren Details zu kommen

Beispiel zum Thema ACT: „Beseitigung von Hindernissen“
Welche Art von Hindernissen soll ein Scrum Master beseitigen? Woher weiss der Scrum Master, wann etwas akkut ist oder wird?  Was muss er dann tun?  Wie schnell muss er reagieren? Gibt es Beispiele zur Orientierung? Sind Formalien zu beachten? Mit wem muss er sprechen?  Wer ist zu informieren und über welche Kanäle?

Beispiel zum Thema KNOW: „Fähigkeiten der Mitarbeiter“
Woher soll ein Scrum Master die Fähigkeiten aller Mitarbeiter kennen? Muss er das überhaupt? Welche genauen Fähigkeiten  sind überhaupt gemeint? Fachliche, Methodische, Organisatorische, Soziale? … Wie oder wonach sollen Fähigkeiten von Mitarbeitern bewertet werden? Meint ihr tatsächlich alle Mitarbeiter oder nur die des Entwicklungs-Teams? Kennen die Mitarbeiter oder Team-Mitglieder ihre Fähigkeiten nicht selbst?

 

Die Ergebnisse des Formats und der daraus entstehenden Dialoge sind für eine Gruppe eigentlich immer interessant.  Sehr oft entsteht weiterer Stoff für Themen, die sich über andere Formate bearbeiten vertiefen lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.